Einzelansicht
  Diskussion

10 Jahre Arabischer Frühling: Transatlantische Perspektiven

Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Oliver Schlumberger, Universität Tübingen, Jessica Noll, Universität Hamburg & Dr. Andrew Denison, Transatlantic Networks, Königswinter | Moderation: Peter Steffe, SWR

Ägypten galt als einer der Hoffnungsträger des Arabischen Frühlings: Nach dem Sturz Hosni Mubaraks fanden 2012 weitgehend freie und faire Wahlen statt und eine Verfassungsgebende Versammlung wurde eingesetzt. Doch das demokratische Experiment, bei dem die Freiheits- und Gerechtigkeitspartei der ägyptischen Muslimbrüder die stärkste Macht darstellte, endete im Juli 2013 jäh, als das Militär putschte. Hatten es die Muslimbrüder nicht geschafft, einen gesellschaftlichen Konsens über Zukunftsfragen zu moderieren, sahen viele Ägypter*innen in der Machtübernahme von General al-Sisi nun die Chance auf eine Vollendung der Revolution. Doch stattdessen installierten die Streitkräfte einen autoritären Militärstaat, der von Washington bis dato großzügig mit Militärhilfe bedacht wird. Auch die EU setzt in ihrer Ägyptenpolitik auf Stabilität statt Reformen; EU-Staaten genehmigen zudem Waffenexporte an das Mittelmeeranrainerland. Diese wiederum dienen zum Anti-Terror-Kampf auf dem Sinai, doch es ist keineswegs klar, ob hier alle Aufständischen pauschal als "Terrorist*innen" bezeichnet werden können. Wie kann sich "der Westen" positionieren, wie Stabilität herstellen und Menschenrechte befördern?

Hier geht's zum Livestream.
Veranstaltungssprache: Deutsch
Mit: SWR Studio Freiburg, Deutsche Atlantische Gesellschaft e.V.

Veranstalter:
Veranstaltungsort:
SWR Studio Freiburg, Schlossbergsaal, Kartäuserstr. 45
Beginn:
Mi, 24.Nov.2021 um 19:00