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  Vortrag

Meine Jahre in Amerika: Als Auslandskorrespondent in der Trump-Ära

© Deutschlandradio/Kruppa

Vortrag mit Thilo Kößler, Deutschlandradio | Im Rahmen der Reihe "Transatlantic Tuesday"

Wer während der stürmischen Trump-Jahre morgens den Deutschlandfunk einschaltete, um die neuesten spektakulären Schlagzeilen aus dem Weißen Haus mitzubekommen, der bekam das Treiben des 45. US-Präsidenten vom US-Korrespondenten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, Thilo Kößler, verlässlich erklärt. Jetzt ist der Washington-Veteran zurück im Sender in Köln und blickt auf eine einmalige Zeit in der amerikanischen Geschichte zurück, in der er das ganze Land bereist hat und abgehängte Menschen traf, die „Make America Great Again“ zu ihrem Motto machten, aber auch traumatisierte Anhänger alter Werte einer offenen Gesellschaft. In Freiburg erzählt Kößler, was seine eindrücklichsten Erfahrungen waren – und wie er jetzt auf einen neuen, 46. Präsidenten Biden schaut, der in vieler Hinsicht überrascht – nicht zuletzt, so Kößler, durch unvorhergesehene politische Parallelen zum Kurs des erratischen republikanischen Vorgängers: „Da ist Musik drin“, so der Journalist.

Fünf turbulente Jahre lang war der erfahrene Journalist Thilo Kößler USA-Korrespondent für den Deutschlandfunk – eher “Trump-Korrespondent”, sagt er in Anspielung auf den extrem raumgreifenden Ex-Präsidenten. Jenseits der Berichte über notorische Lügen, Pandemie und Rassismus fand er ein noch immer faszinierendes Land vor: „Ich habe immer versucht, Geschichten zu erzählen. Im Grunde meines
Herzens bin ich ein Reporter.“, so Kößler heute. Wahrscheinlich erinnert er sich an diesem Gesprächsabend auch deshalb besonders an Bill Shipley zurück: Den Farmer aus Iowa besuchte er während seiner fünf Jahre als USA-Korrespondent mehrfach. Der Sojabauer erzählte ihm, „wie ihm der Handelskrieg mit China zusetzt und ihn kaputtmacht. Ein reizender Mensch, Trumpwähler, der dann vorsichtig auf Distanz zu Trump ging. Kurz bevor ich das Land verließ, habe ich ihn noch mal angerufen und erfahren, dass er an Corona gestorben ist“. Für Thilo Kößler ist dieser Farmer zu einer Art Symbolfigur geworden: „Für all das, was in diesem Land so Schreckliches in den letzten Jahren passiert ist.“ Wenn der ehemalige USA-Korrespondent in der Retrospektive beschreiben soll, mit welchem Gefühl er auf diese Präsidentschaft zurückblickt, dann vor allem mit „Wut“. Aber in das Land und seine Menschen, da hat sich Kößler „verliebt“ in diesen Jahren.

Bitte beachten Sie: Eine Anmeldung ist nicht nötig. Es gilt die gesetzliche 3G-Regel, sowie die Maskenpflicht. Wir bitten um Verständnis für etwaige Wartezeiten aufgrund von Nachweisprüfungen! 

Eintritt frei
Veranstaltungssprache: Deutsch

Veranstalter:
Veranstaltungsort:
HS 1010, KG I der Universität
Beginn:
Di, 12.Okt.2021 um 20:15