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  Lesung

The Influence of Soros & The Future of Jewish America

© Paul B. Jones

Lesung & Gespräch mit Emily Tamkin, New Statesman, Washington, D.C. | Im Rahmen der Reihe "Transatlantic Tuesday"

Der erschreckende abermalige Aufstieg des extremen Antisemitismus in Amerika und überall auf der Welt – genauer gesagt, der Neonazi-Aufmarsch in Charlottesville, Virginia, dessen grauenhafte Parole „Die Juden werden uns nicht ersetzen!“ lautete – hat nicht nur nach eigener Aussage ganz unmittelbar zur Kandidatur des neuen US-Präsidenten Joe Biden um das Weiße Haus geführt. Die gesamte amerikanische Gesellschaft – und ihre jüdischen Bürgerinnen und Bürger – müssen sich insgesamt mit dem politischen Nachlass der Trump-Jahre auseinandersetzen, in denen der oberste Republikaner als engster Verbündeter Israels aufzutreten wusste und die US-Botschaft nach Jerusalem versetzen ließ, daheim aber den radikalen antisemitischen Kräften im eigenen Lager freie Hand ließ. Rechtsextreme Terroranschläge wie der auf eine Synagoge in Pittsburgh 2018 wiederholten sich bald auch in Deutschland. In der Rhetorik autoritärer Politiker und ihrer Wählerschaft wurde der jüdisch-amerikanische Milliardär George Soros, ein 89-jähriger Philanthrop mit ungarischen Wurzeln, zum Schreckgespenst schriller Verschwörungstheorien. Emily Tamkin, leitende US-Redakteurin des Wochenmagazins The New Statesman und Moderatorin des dazugehörigen Podcasts World Review, verfolgt nicht nur die amerikanische (Außen-)Politik und Gesellschaft für das Blatt und hat dabei als jüdische Amerikanerin auch die Zukunft ihrer Gemeinschaft immer im Blick: Sie legt mit ihrem druckfrischen Sachbuch The Influence Of Soros: Politics, Power, And The Struggle For An Open Society auch das neue Standardwerk über das einmalig bewegte Leben des US-Großinvestors und seine späte zweite „Karriere“ als ultimativer Buhmann und ärgstes Feindbild der reaktionären Rechten vor. Tamkin berichtete u.a. bereits für Foreign Policy, BuzzFeed News, The New Republic, Politico, The Economist und die Washington Post. Im indischen Neu-Delhi arbeitete die Autorin als Stipendiatin des Council On Foreign Relations. Davor lebte sie als Fulbright-Stipendiatin im deutschen Bremen. Derzeit schreibt Tamkin in Washington, D.C. an ihrem nächsten Buch – Bad Jews – das die konfliktreiche, komplexe Geschichte und die sowohl traditionsbewusste wie auch hochdynamische Identität des jüdischen Amerika behandelt.

Empfohlener Unkostenbeitrag: 5€.
Anmeldung via Zoom hier.
Veranstaltungssprache: Englisch

Veranstalter:
Veranstaltungsort:
Online
Beginn:
Di, 20.Apr.2021 um 19:00