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  Vortrag

Behold, America: A History of America First and the American Dream

Vortrag mit Prof. Sarah Churchwell, University of London

„Der amerikanische Traum ist tot“, so dräute Donald Trump, als er 2015 seine Kandidatur um das Weiße Haus ankündigte. Wie wollte er ihn dann als Präsident wiederbeleben? Indem die Supermacht unter seiner Führung alles auf „America First“ setzt. America First und American Dream sind zwei der am meisten aufgeladenen Ideen in der US-Geschichte – und auch zwei der am meisten missverstandenen. Das Erbe dieser beiden historischen Prinzipien – vielversprechend für die einen, hochproblematisch für die anderen – wird auch Joe Bidens Amtszeit begleiten – und bisweilen sogar überschatten. Sarah Churchwell, Professorin für amerikanische Literatur, Lehrstuhlinhaberin für Public Understanding of the Humanities an der University of London und bekannt aus Presse, Funk und Fernsehen, verknüpft in diesem Vortrag Rückblick auf die vergangene Wahlsaison und Ausblick auf die neue amerikanische Regierung nach Trump mit raffinierten Reflexionen über America First und American Dream als den Leitmotiven der Landesgeschichte, die immer noch nachwirken.

Der „amerikanische Traum“ begann einst als Versprechen von Gleichheit der Menschen, nicht als ein Slogan für Materialismus und Profit. „Amerika an erster Stelle“ meint keineswegs eine wertfreie Festschreibung nationaler Interessen, sondern besitzt als einstiger Wahlspruch des Ku-Klux-Klan überraschende Verbindungen zur Gegenwart: 1927 führte ein KKK-Aufstand zur Verhaftung von sieben Männern – darunter auch ein gewisser Fred C. Trump. Beide Ideen wurden vor fast einem Jahrhundert geboren und verwickelten sich sofort in gesellschaftliche Debatten um Demokratie, Kapitalismus und Rassismus. Sie verkörperten ganz gegensätzliche Ansichten im Streit um die Definition der „Seele der Nation“, die Joe Biden gerne beschwört. Churchwells aktuelles Buch Behold, America erzählt die vergessene Geschichte dieser Begriffe durch die Stimmen, die dies alles mitgeprägt haben, vom Capitol Hill bis zur Nachrichtenredaktion der New York Times, von Student*innen bis zum Senat, von Träumenden und Andersdenkenden. Während Amerika abermals darum kämpft, eine gemeinsame Vision für sich und die Welt zu entwickeln, wendet Sarah Churchwell ein, dass dafür die Bedeutung dieser beiden Begriffe neu verstanden werden muss – um den wahren Geist der Vereinigten Staaten zurückzugewinnen und ihn wieder konkurrenzfähig im welthistorischen Wettstreit der Ideen zu machen. Churchwell stammt aus Winnetka, Illinois und studierte an der Princeton University, sie hat bereits erfolgreiche Bücher über Marilyn Monroe und The Great Gatsby geschrieben. Ihre Essays erscheinen u.a. im The Guardian und New Statesman, im New York Review of Books und in der New York Times, sie gastiert in vielen Sendungen der BBC.

 

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Veranstaltungssprache: Englisch

 

 

Veranstalter:
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Online
Beginn:
Di, 26.Jan.2021 um 19:00