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  Lesung

Von den Deutschen lernen - Wie Gesellschaften mit dem Bösen in ihrer Geschichte umgehen können

© Bettina Volke / © Hanser Berlin

Online-Lesung & -Gespräch mit Susan Neiman, Berlin

Es klingt doch erstmal provokant: Kann ausgerechnet Deutschland den USA als Vorbild dienen, um die bösen Geister der eigenen Geschichte zu bannen? Susan Neiman, Star-Philosophin, frühere Yale-Professorin und heute Leiterin des Einstein-Forums, vergleicht in ihrem wohl persönlichsten Buch den deutschen und den amerikanischen Umgang mit dem Erbe der historischen Vergangenheit. Ihre Fragestellung könnte zugleich kaum gegenwärtiger sein: Wie können Gesellschaften mit dem Bösen der eigenen Geschichte umgehen? Lässt sich – politisch gesehen – etwas von dem Land lernen, das die Nazis an die Macht ließ? Als Susan Neiman, eine junge jüdische Amerikanerin, in den 1980er Jahren aus den Südstaaten ausgerechnet nach Berlin zog, war das für ihr Umfeld nicht nachvollziehbar. Doch Neiman blieb in der Spree-Metropole – und erlebte hier eindrücklich, wie die Deutschen sich ernsthaft mit den eigenen Verbrechen auseinandersetzten. Als dann mit Donald Trump ein Mann Präsident der USA wurde, der dem Rassismus neuen Aufschwung verschaffte, beschloss sie, dorthin zurückzukehren, wo sie aufgewachsen war: In den Deep South der USA, wo die Altlasten der Sklaverei noch immer den Alltag bestimmen. Neiman verknüpft Porträts mit philosophischer Reflexion und fragt: Wie sollten Gesellschaften mit dem Grauen in der eigenen Geschichte umgehen?

Die Lesung findet online statt. Sie erhalten nach eingegangener Anmeldung eine Einladung mit Link zum virtuellen Veranstaltungsraum sowie einer Kurzanleitung.

Moderation: René Freudenthal, Carl-Schurz-Haus
Anmeldung erforderlich: programm@carl-schurz-haus.de
Eintritt frei
Veranstaltungssprache: Deutsch
Mit: jos fritz Buchhandlung

Veranstalter:
Veranstaltungsort:
Online
Beginn:
Sa, 16.Mai.2020 um 18:00