Einzelansicht
  Vortrag

Achtung, Terminänderung! Glamour des Opfers: Zur Entwicklung der amerikanischen Identitätspolitik

Aus der Vortragsreihe "Der Westen - Wer sind das und wenn ja, wie viele?"

Achtung, Terminänderung! Bitte beachten Sie, dass der Vortrag von Prof. Dr. Lotter nicht wie angekündigt am Di, 14. Mai, sondern stattdessen am Mo, 13. Mai um 20.15 Uhr in Hörsaal 1199, KG I der Universität statt.

Der Begriff „Identitätspolitik“ bezeichnet eine Veränderung der politischen Ausrichtung in den letzten Jahrzehnten, die als Spätfolge einer Reihe von politischen Bewegungen in den USA wie der Frauenbewegung, der Black Lives Matter Bewegung, der Schwulenbewegung und Bewegungen für die
Rechte von Indigenen u. a. auftritt. In diesen Bewegungen, die ursprünglich für Gleichberechtigung eintraten, wird zunehmend eine gemeinsame, nach außen abgegrenzte Identität betont, die nicht auf politischen Programmen und Zielen, sondern Erfahrungen der Demütigung, der Unterdrückung oder des Ignoriertwerdens durch eine Majorität oder herrschende Gruppe aufbaut. Verlangt wird die Umschreibung eines alten Narrativs, das sie als minderwertig erscheinen läßt, in ein Narrativ, das den Wert ihrer Besonderheit und ihre Authentizität zum Ausdruck bringt. Das hat eine Veränderung der politischen Kultur mit sich gebracht, die weniger auf reale Veränderungen mit Blick auf die Chancengleichheit benachteiligter Minderheiten zu zielen scheint, als auf die moralische Perfektionierung einer gebildeten Mittelschicht, die in der ständigen Verschärfung von Verhaltens- und
Sprachvorschriften („Political Correctness“) und dem neuen Phänomen des „Glamour des Opfers“ zum Ausdruck kommt. Der Vortrag geht den Ursprüngen dieser Entwicklung in der Praxis der Schulderklärungen nach und skizziert ihre Folgen für die Politik und Kultur.


Eintritt frei; Veranstaltungssprache: Deutsch
Mit: Landeszentrale für politische Bildung, Colloquium politicum

Veranstalter:
Veranstaltungsort:
Hörsaal 1199, KG I der Universität
Beginn:
Mo, 13.Mai.2019 um 20:15