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  Ausstellung

Shot - 101 Survivors of Gun Violence in America

© Kathy Shorr

Ausstellungseröffnung - Ausstellung von Kathy Shorr, New York City

Wie es ist, wenn sich eine geladene Waffe auf einen richtet, das weiß die New Yorker Fotografin Kathy Shorr aus eigener, leidvoller Erfahrung: Eines Abends im rauen Greenwich Village der 1980er Jahre überfielen Einbrecher die damals junge Mutter und bedrohten Shorr und ihre kleine Tochter mit Pistolen. Psychisch löst schon angedrohte Waffengewalt bei vielen Opfern einen totalen Kontrollverlust aus, den man auch als Überlebender nie wieder vergisst. Die Grenzerfahrung brachte Kathy Shorr zu einem Lebensthema ihrer kreativen Arbeit: Während die bei Amokläufen Umgekommenen durch von Massenmedien verbreitete Porträts zu Heiligenfiguren werden, fehlte ihr eine visuell eindrückliche Weise, Überlebende dieser brutalen Attacken ins Bild zu setzen. Shorr nahm Kontakt zu 101 Opfern von Waffengewalt in den USA auf und führte diese von Verwundung und Verstörung tief gezeichneten Menschen jeweils an den Ort zurück, an dem ihnen das traumatische Erlebnis zustieß: Kirchen, Shoppingmeilen, Wohnzimmer, Feriencamps. Dort entstanden Porträtbilder, die den existentiellen Schrecken der Schüsse nicht beschönigen, aber zugleich Raum für eine befreiende Katharsis und das Überwinden eines bloßen Opferseins schaffen.

Mit einer Einführung von Dr. Jörg Angenendt, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Freiburg & einem Gespräch mit der Künstlerin
Ausstellung bis 9. November 2018
Öffnungszeiten: Mo-Fr, 9-18 Uhr & Sa, 11-15 Uhr; Eintritt frei
Veranstaltungssprache: Englisch; Mit: dai Tübingen

Veranstalter:
Veranstaltungsort:
Carl-Schurz-Haus, Foyer, Eisenbahnstr. 62
Beginn:
Do, 11.Okt.2018 um 19:00
Ende:
Fr, 09.Nov.2018 um 18:00